Jagdhundewesen

Jagdhunde

„Jagd ohne Hund ist Schund“ sagt ein Sprichwort und alle, die einen Jagdhund führen, wissen, dass an diesem Spruch was dran ist.
Natürlich kann nicht jeder Jäger einen Hund halten. In jedem Revier aber sollte auf jeden Fall ein brauchbarer Jagdhund zur Verfügung stehen und für viele Jagdarten ist der auch vorgeschrieben, für Gesellschaftsjagden zum Beispiel oder für die Wasserjagd.

Jagdhunde

„Jagd ohne Hund ist Schund“ sagt ein Sprichwort und alle, die einen Jagdhund führen, wissen, dass an diesem Spruch was dran ist.
Natürlich kann nicht jeder Jäger einen Hund halten. In jedem Revier aber sollte auf jeden Fall ein brauchbarer Jagdhund zur Verfügung stehen und für viele Jagdarten ist der auch vorgeschrieben, für Gesellschaftsjagden zum Beispiel oder für die Wasserjagd.

Was muss ich wissen, bevor ich einen Hund anschaffe?

Jeder, der sich einen Hund anschaffen möchte, sollte folgendes bedenken:

  • Ein großer Hund gehört in nicht in eine kleine Wohnung
  • Der Hund darf nur für wenige Stunden am Tag in den Zwinger, zu lange Zwingerhaltung stumpft die Sinne des Hundes ab.
  • Wer kümmert sich um den Hund in Notfällen oder während des Urlaubs?
  • Ein Hund braucht viel Zeit. Wer mit seinem Hund zu einem echten Gespann zusammenwachsen will, braucht täglich ausreichend Zeit für ihn.
  • Hunde werden ziemlich alt. Das Durchschnittsalter liegt bei großen Rassen bei ca. 11 Jahren, bei kleineren Rassen bei ca. 14 Jahren.
  • Ein Hund, besonders ein Jagdhund, braucht sehr viel Auslauf, wenn er sich wohl fühlen und gesund bleiben soll. Das heißt, der Besitzer muss körperlich fit sein und genügend Zeit haben, dem Hund ausreichend Auslauf zu geben.
  • Die Familie muss mitziehen. Für den Hund ist es außerordentlich wichtig, dass alle Familienmitglieder liebevoll und fürsorglich mit ihm umgehen. Das fördert die Intelligenz und die Führigkeit des Hundes.

Zusätzlich wichtig für Jäger:

Der Jagdhund muss zu den Revierverhältnissen passen.
Jeder Jäger muss sich vor der Anschaffung eines Jagdhundes genau überlegen, welche Rasse für seine Revierverhältnisse am geeignetsten ist. So ist z.B. ein Gebirgsschweißhund in einem Niederwildrevier völlig fehl am Platz.

Auch die Größe des Reviers spielt eine wichtige Rolle. Man sollte sich auf alle Fälle für einen kleineren Jagdhund entscheiden, wenn das Revier für einen großen Hund nicht genügend Betätigungsmöglichkeit bietet. Sonst ist er nicht ausgelastet und wird deshalb unzufrieden.

Deutsch Drahthaar Jagdhunderassen

Bei der Wahl der Rasse handelt es sich um eine ganz entscheidende Frage. Deshalb sollte sich der Hundehalter vorher mit umfassender Literatur über Hunderassen beschäftigen.
Die Tabelle auf der folgenden Seite bietet einen Überblick über die gebräuchlichen Jagdhunderassen.

Ein Jagdhund braucht eine qualifizierte Ausbildung

Beim Führerschein ist es selbstverständlich, dass man sich theoretische und praktische Kenntnisse erwirbt, bevor man sich ans Steuer setzen kann. Das gleiche gilt für die Arbeit mit dem Hund. Denn der wird nur zu einem wirklichen Jagdhund, wenn seine angeborenen Fähigkeiten – wie seine Jagdpassion, seine feine Nase und seine Freude am Apportieren durch eine qualifizierte Ausbildung geweckt, gefördert und gefordert werden.

Was muss der Hund lernen?

Ziel der Ausbildung ist es, dem Hund das Jagen mit und für uns zu lehren. Wer bereits im Welpenalter beginnt, bekommt nicht nur einen brauchbaren Hund für die jagdliche Praxis, sondern hat natürlich auch Vorteile bei der Vorbereitung seines Hundes auf die Brauchbarkeitsprüfung oder auf die Prüfungen der Prüfungsvereine und Zuchtverbände.

Mit der Übernahme des Welpen ab der 8. Lebenswoche liegt die Verantwortung für die Ausbildung eines Jagdhundes ausschließlich bei seinem neuen Führer. Das heißt, die Ausbildung des Jagdhundes fängt an, wenn der Welpe ins Haus kommt. In den ersten sechs Monaten ist der Hund am lernfähigsten.

Jagdhunde dürfen nur auf jagdlichen Prüfungen geführt werden, wenn sie eine vom Jagdgebrauchshundeverband (JGHV) anerkannte Ahnentafel haben.

Hunderassen & Einsatzgebiete

Wie sieht die Hundeausbildung aus?

In Bayern bieten viele BJV-Kreisgruppen eine fundierte Jagdhundeausbildung an. Sie besteht in der Regel aus zwei Teilen:

  • aus dem Grundkurs oder Hundeführerlehrgang
  • aus dem Vorbereitungslehrgang zur Brauchbarkeitsprüfung

Der Grundkurs

Im Grundkurs dreht sich alles um die Grundlagen der Hundeausbildung. Das heißt, an erster Stelle wird der Gehorsam eingeübt und gefestigt. Dann werden wichtige Grundlagenfächer trainiert, wie das Apportieren und die Schussfestigkeit. Jagdliche Fächer stehen nicht auf dem Programm.

Am Grundkurs können nur Hundeführer mit gültigem Jagdschein teilnehmen. Es können nur Hunde teilnehmen, die auch zur Brauchbarkeitsprüfung zugelassen sind. Das heißt, Ihr Jagdhund muss gültige JGHV-Papiere hab

Vorbereitungslehrgang zur Brauchbarkeitsprüfung

Das Bayerische Jagdgesetz schreibt vor, dass für bestimmte Jagdarten brauchbare Jagdhunde in ausreichender Zahl eingesetzt werden müssen. Was genau unter brauchbar zu verstehen ist, sagt das Gesetz allerdings nicht. Auf der sicheren Seite sind Sie in jedem Fall mit einem Hund, der die BJV-Brauchbarkeitsprüfung abgelegt hat.

Ziel der Brauchbarkeitsprüfung ist die jagdliche Brauchbarkeit für die Arbeiten nach dem Schuss. Das heißt, der Hund wird ausgebildet im Verlorenbringen in Feld, Wald und Wasser und in der Schweißarbeit. Grundlage dafür ist die Prüfungsordnung des BJV zur Brauchbarkeitsprüfung.
Laut Prüfungsordnung gibt es zwei Arten von Brauchbarkeitsprüfung. Der Jagdhund ist

  • entweder „brauchbar zur Nachsuche auf Niederwild und Schalenwild“
  • oder nur „brauchbar zur Nachsuche auf Schalenwild“

Die Bestimmungen der Prüfungsordnung können unter www.jagd-bayern.de , Rubrik „Hundewesen“, abgerufen werden.

Wo kann ich meinen Hund ausbilden?

Der MJV bietet derzeit keinen eigenen Grundkurs und keinen Vorbereitungslehrgang zur Brauchbarkeitsprüfung an. Im Großraum München führen folgende Kreisgruppen und Jägervereine Lehrgänge zur Hundeausbildung durch:

Welche Prüfungen gibt es noch?

Der Hundeführer kann seinen Hund auch noch für die Zucht- und Meisterprüfungen der Zuchtvereine des Jagdgebrauchshundeverbandes anmelden, zum Beispiel für die

  • Verbandjungendprüfung (VJP)
  • Herbstzuchtprüfung (HZP)
  • Verbandsgebrauchsprüfung (VGP)
  • Verbandsschweißprüfung

Die Verbandsschweißprüfung – ein hartes Stück Arbeit

Lange, über zwei Jahre lang, haben die beiden daran gearbeitet. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Unser Revierleiter Rainer Braun hat seine Brandlbracke Donna vom Almendtal auf der Verbandsschweißprüfung des Deutschen Brackenvereins geführt und er ist mit dem ersten Preis nach Hause gekommen. Donna ist Suchensieger geworden. Ein Erlebnis, das der Hundeführer so schnell nicht vergisst.

Mit der Prüfung allein ist es nicht getan

Hund und Führer müssen zu echten Jagdkameraden werden. Das heißt, der Hundeführer muss seinem vierbeinigen Jagdgehilfen ein verständnisvoller, geduldiger und vor allem ein konsequenter Lehrer sein, ohne dabei grob zu werden. Nur so kann aus Hund und Führer ein unzertrennliches Gespann werden. Der Jagdhund begreift sehr schnell, dass man gemeinsam mit dem Führer viel besser und viel mehr Beute machen kann.

WARUM
JÄGERAUSBILDUNG?

Jagd ist heute viel mehr als nur das Erlegen von Wild zur Beschaf- fung von Nahrung und eine Passion. Jagd ist Verantwortung gegenüber der heimischen Flora und Fauna. Jagd ist Verantwor- tung gegenüber der Gesellschaft und den Verbrauchern.

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